Bürgermeister tritt zurück

Ungläubig nahmen wir zur Kenntnis, dass Klaus Klonig, bis vor kurzem Bürgermeister unseres Dorfes Busenberg, von allen seinen politischen Ämtern zurückgetreten ist. Mit Entsetzen lasen wir die aufgeführten Gründe zum Rücktritt als unser Bürgermeister. Wir, die Initiatoren der Initiative Pro Eichelberg, stellen mit aller Deutlichkeit fest, dass niemand von uns mit den am 7. März 2016 in den Tageszeitungen abgedruckten Gründen zum Rücktritt unseres Bürgermeisters in Zusammenhang steht.

Wir distanzieren uns ausdrücklich von etwaigen Bedrohungen, diffamierenden Nachreden und jeglichen „anonymen Briefen“. Grundsätzlich bedauern wir den Rücktritt, da unserem Dorf Busenberg selten eine so engagierte Persönlichkeit vorstand.
Unfassbar erscheint uns die Tatsache, dass acht Bauplätze, aus unserer Sicht auf dem falschen Fleck geplant, ein für unser Dorf mittelschweres politisches Erdbeben auslösen konnten.

Unser Ziel ist, den Eichelberg in seiner heutigen Erscheinung zu erhalten. Hierzu informieren wir weiterhin auf unserer Internetseite ausführlich.
Für dieses Ziel setzen wir uns auch künftig ein und hoffen auf eine von allen Seiten grundsätzlich offen, fair und objektiv geführte Diskussion.


Gutachten aus der Ferne

"...Nachdem bereits eine geologische Untersuchung des Landesamts für Bergbau und Geologie hinsichtlich einer Steinschlaggefahr und drohender Felsabbrüche am Eichelbergfelsen keine besondere Gefährdung ergeben und man die Gegebenheiten dort allenfalls als ortstypische Verhältnisse eingestuft hatte ..."

Zitat von Klonig aus: Die Rheinpfalz - Pirmasenser Rundschau -vom 18.11 2015, S. 17
(27.03.17 Anmerkung: Wie sich herausstellte war dies eine Lüge. Es gibt keinerlei Hinweis auf eine solche Untersuchung. Eine Untersuchung am Jahresanfang bescheinigte dem Eichelberg enormes Gefahrenpotential, er muss jetzt durch einen Zaun gesichert werden.)

Wie auch beim geologischen Gutachten handelt es sich hierbei wohl um ein reines Schreibtischgutachten. Es ist anzunehmen, dass keiner der Gutachter vor Ort war und die Situation am Eichelbergfelsen näher in Augenschein genommen hat.
Ansonsten wären ihnen unter den zahlreichen festzustellenden Felsabbrüchen zumindest ein mächtiger Felsbrocken mit der großen Aufschrift "Vogellehrpfad" ins Auge gestochen, der allen Busenbergern gut bekannt ist. Dieser Felsbrocken von ca. 6 Tonnen Gewicht wurde bei seinem Abbruch glücklicherweise von zwei direkt davor stehenden Bäumen gestoppt.
In 70 Meter Höhe beträgt die Energie des Felsens ca. 4200 Kjoule. Bei einem Fall werden eine Sekunde ca. 6000 PS frei.
( Beispiel: 10 t 10000 Kg * 70m * 10m/s² = 7000 KJ = 1,94 Kw/h = 2,644 PS/h = 1 Sekunde 9 520 PS )

Zur Veranschaulichung: ICE hat 10000 PS!
Was mit im Weg stehenden Häusern passieren würde, kann sich wohl jeder lebhaft ausmalen...
Den Gutachtern wäre bei einer persönlichen Inaugenscheinnahme sicher auch aufgefallen, dass man solche Situationen jetzt noch enorm begünstigt hat. Durch das Freistellen des Eichelbergfelsens (übrigens genau über dem geplanten Baugebiet und oben auf dieser Website zu sehen) hat man die Bäume am Fels im Abstand von 10 bis 20 Metern entfernt. Nun können abbrechende Felsbrocken, wie sie am Eichelberg typisch sind, Anlauf nehmen und alles Darunterliegende überrollen. Das ist eine Fahrlässigkeit der Gemeindeverwaltung.

Dass es bei uns immer wieder zu Felsabbrüchen kommt, ist jedem Busenberger, aber natürlich auf vielen Auswärtigen bekannt. Sieht man genau hin, stellt man fest, dass der Eichelberg und viele andere Felsen hier sogar durch Felsabbrüche geformt wurden.
Man erinnert sich z. B. noch gut an den Felsbrocken mit etwa 4 Tonnen Gewicht, der jüngst vom Drachenfels stürzte. Kletterer erinnern sich an den Geierstein, wo der letzte Abbruch eines Felsenstückes vor etwa 10 Jahren erfolgte. Zu sehen sind dort Dutzende Felsbrocken.
Die Gutachten können deshalb mit Fug und Recht als äußerst fadenscheinig abqualifiziert werden.
Felssturz am Eichelberg, Vogellehrpfad
Felssturz am Eichelberg, Vogellehrpfad

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Der Eichelberg - ein Sandhaufen

"... ergebe die Analyse der vorgefundenen Böden nach Ansicht des Ingenieurs einen „guten, tragfähigen Baugrund“, der ... auch als Material für Leitungsgrabenverfüllungen geeignet wäre ...
Alle Böden wurden laut Klonig als nur „mäßig wasserempfindlich“ eingestuft.


Die Eichelberger wissen, dass der Fuß des Eichelberges ein toller Sandhaufen ist. Die meisten Anwohner haben als Kinder tiefe Löcher am Eichelberg (bis 2,70m) gegraben. Nach vielen Jahrzehnten hat der Waldbestand am Eichelberg endlich einen Stand erreicht, bei dem sich die Anwohner nur noch wenig Sorgen machen müssen, weil sie am Fuße eines Sandhaufens wohnen.
Und wie jeder Sandhaufen ist auch der Eichelberg anfällig gegen zu große Trockenheit und zu große Nässe. Wer als Kind Sandburgen gebaut hat, kann das gut nachvollziehen.
Die Erschließung der jetzigen Eichelbergstraße war schon ein enormer Eingriff in die Ökologie des Berges. Die Anwohner haben ofmals bittere Erfahrungen mit Wasser- und Schlammeinbrüchen in ihre Gärten und Häuser gemacht.
Jedoch sind mittlerweile die Bäume groß und kräftig verwurzelt und in der Lage, den Berg zu halten. Aber erst seit etwa 20 Jahren.
Eine Erschließung der zweiten Reihe oberhalb der Eichelbergstraße wäre verheerend. Nicht nur für die jetzigen Bewohner, sondern auch für die künftigen Bewohner des geplanten Baugebiets.

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Die Steigung der Hanglage

Folgende Grafiken veranschaulichen die Situation der Häuser im geplanten Baugebiet. Die Daten wurden aus den Geobasisinformationen der Vermessungs- und Katasterverwaltung Rheinland-Pfalz entnommen. Die Steigung wird in % angegeben. Zum Beispiel beträgt die Steigung der Ortsausfahrt in Busenberg 10 %. Diese bezeichnet einen Höhenunterschied von 10 m auf einer Strecke von 100 m. Link zu Lanis

hoehenlinien am eichelberg
Höhenlinienkarte des Eichelberges. Die roten Punkte zeigen die Berechnungsgrundlage.

Steigung der Hanglage
Die Grafik zeigt die Lage der Häuser ungefähr in der Mitte des geplanten Baugebietes. Im geplanten Baugebiet selbst beträgt die Steigung 37,5 %. Hinter den Häusern, ab dem 2. Weg beträgt sie 73,3 %.

Lage eines Hauses

Der Abstand zwischen den beiden Waldwegen am Eichelberg beträgt im Beispiel 40 m, bei einem Höhenunterschied von 15 m. Geht man von einer Bauplatzgröße von 25 x 25 m aus, müssen, um eine ebene Fläche zu erhalten, zunächst 3656 m³ Erde entfernt werden (25m x 25m x 10m / 2 = 3125m³ ). Mehr als 6200 Tonnen.
Weiterhin werden diese Abgrabungen eine Destabilisierung des Hangfußes herbeiführen wodurch dann der Gleichgewichtszustand des gesamten Hanges gefährdet ist. Die Eingriffe in den bestehenden Zustand des Eichelberges bergen die Gefahr, dass Hangbewegungen ausgelöst werden. Auch müsste hinter jedem Haus eine Stützmauer von ca. 10 m Höhe errichtet werden.
Wird nur die Hälfte des Dreiecks ausgegraben und der Aushub aufgeschüttet, ergeben sich 2 Mauern vor und hinter dem Haus mit je 5 m Höhe. Das wären aber 30 Treppenstufen bis zur Haustür.
Der Wald muss dann in der Schräge 60 m ab Hauswand nach oben abgeholzt werden. Herr Meichel von der unteren Baubehörde in Dahn erklärte uns, er zieht bei dem vorgeschriebenen Abstand von 40 m die Draufsicht heran. Durch die gegebene Steigung ergibt sich eine Strecke von ca. 60 m.
Anmerkung: Obige Berechnung kann anhand des Links zu Lanis geprüft werden.

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Massebewegungen in Busenberg und Überhaupt

"Zur Problematik möglicher Hangrutsche, im Fachjargon Massebewegungen genannt, weise der Bericht aus, dass Massebewegungen weder für Busenberg, noch für die nähere Umgebung nach der Rutschungsdatenbank Rheinland-Pfalz vorlägen und bisher auch nicht hätten verzeichnet werden können.Zusammenfassend ergebe die Analyse der vorgefundenen Böden nach Ansicht des Ingenieurs einen „guten, tragfähigen Baugrund“, der Gebäude-Flach- oder Flächengründungen möglich machen würde ... )

(Zitat Die Rheinpfalz - Pirmasenser Rundschau - Nr. 268 - 18.11 2015 Seite 17 )

Zunächst muss hier gesagt werden, dass für die Rutschungsdatenbank Rheinland-Pfalz einfach keine Daten erfasst wurden. Sich bei einem Gutachten auf eine leere Datenbank zu berufen ist einfach unproffesionell. Quelle
Förster und Angestellte von Gemeinden und des Landes, haben sich nicht die Mühe gemacht haben, Steinschläge oder allgemein Massebewegung zu melden. Obwohl es sie durchaus gibt.

Wenn ich im letzten Jahr keine Äpfel geerntet habe, darf ich nicht behaupten, dass es keine gab.

Die älteren Bürger von Busenberg erinnern sich:

Die letzte große Massebewegung (Erdrutsch) in Busenberg hat die Gemeindeverwaltung inclusive der Gerichtskosten umgerechnet etwa ein Zweifamilienhaus gekostet. Das war, als durch Starkregen die Mauer in der Triftstraße/Eichelbergstraße zusammenbrach. Der Gemeinderat wollte damals die gesamten Kosten der neuen Mauer auf die Anwohner der Eichelbergstraße umlegen, verlor aber vor Gericht und musste für die Kosten alleine aufkommen. Denn das Risiko bei der Ausweisung von Bauland an der Hanglage Eichelbergstraße wurde vom Gemeinderat willentlich in Kauf genommen.
(Weitere Infos hierzu folgen)

Es folgt nun eine Recherche über Hangrutsche in der näheren und weiteren Umgebung von Busenberg.

Die auffallenden Parallelen zu Busenberg sind erstaunlich und es scheint allerorts immer nach dem gleichen Schema zu verlaufen:
Erst gibt es einen Hang der abgeholzt wird und am dem oftmals auch noch gebaut wird. Man beauftragt einen Gutachter der befindet, die Bäume müssen weg, da sie eine Gefährdung für Häuser oder eine Verkehrsstraße sind. Danach fängt es an zu regnen und die Häuser oder Straßen werden mit Wasser und Schlamm überschüttet und stark beschädigt. Die Hänge werden danach aufwändig und teuer auf Kosten der Gemeinde befestigt.

Dann befragt man Bürgermeister und Gemeinderat nach dem warum und wieso und es heißt: "Ja wer hätte gedacht, dass es so stark regnen kann. " oder "Durch die außergewöhnlichen Regenfälle sind wir jetzt natürlich dazu gezwungen, die gefährdeten Stellen sofort zu sichern.

Die Bewohner bleiben generell auf Ihrem Schaden sitzen. Denn wer an einem solchen Hang Gebäude errichtet, hat laut Bundesgerichtshof die Gefährdung willentlich in Kauf genommen.

Hier setzt das Verantwortungsbewustsein der Initiative Pro-Eichelberg an und sieht auch, dass das Gutachten im Schadensfalle nicht das Papier wert ist, auf dem es steht.
Durch die mangelnde Informationspolitik hatten die Anwohner der Eichelbergstraße nicht einmal die Möglichkeit sich entsprechend zu versichern. Nach dem Beschluss vom 15.09.16 geht keine Versicherung mehr dieses Risio ein.
Aber ein Gutachten kann auch hervorragend dazu instrumentalisiert werden, um sich der eigenen Verantwortung zu entziehen.

Der erste Verweis unten zeigt deutlich, dass die Befürchtungen und Ängste der Anwohner immer noch, und gerade wegen des Gutachtens, berechtigt sind. Denn hier kommt das Urteil des Bundesgerichtshofs zum tragen.

Da nützt das beste »Geologische Gutachten« überhaupt nichts! (Wird fortgesetzt)

Keine Haftung an Hanglagen
Erdrutsch blockiert Straße in Rodalben
Hangrutsch in Vallendar
Hangrutsch trifft unversicherte Familie hart
Wenn der Hang erst rutscht
thw überwacht drohenden Erdrutsch mit Spezialausstattung
Erdrutsche und überflutete Keller
Leben mit dem Berg hinterm Haus


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Wohnraum in Busenberg

Seit 1987 sind in Busenberg mehr als 100 Häuser mit über 147 Wohnungen gebaut worden. In diesem Zeitraum ist die Bevölkerung von 1329 auf 1231 Einwohner, also um 98(!) Einwohner, zurückgegangen. Momentan gibt es 604 Wohnungen in insgesamt 457 Häusern. Das sind im Schnitt 2,6 Personen pro Haus. Leerstände nicht gerechnet. 16 Häuser in Busenberg stehen bereits leer (Laut Klonig in der Rheinpfalz v. 28.12.15). Aufgrund der Überalterung des Dorfes ist zu erwarten, dass bis zum Ende des Dorferneuerungskonzeptes 2030 über 60 Häuser leerstehen. Durch Ausweisung von zusätzlichem Baugrund verlieren diese Häuser an Wert. Grundsätzlich besteht also eher ein Wohnraumüberschuss. Hinzu kommt, dass noch etwa 25 Bauplätze in Busenberg unbebaut sind.
In Busenberg sind nahezu 50% der Bevölkerung älter als 50 Jahre. (Quelle: Statistisches Landesamt)
Die Zukunft von Busenberg kann also nicht von den geplanten acht Bauplätzen am Eichelberg abhängen. Nach Auffassung der Initiative besteht aufgrund der derzeitigen und der noch zu erwartenden weiteren Leerstände wenig Bedarf an Bauland. Aktuell werden vier Bauplätze zum Verkauf angeboten.

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Hangbebauung im Naturpark Pfälzer Wald

"Im Naturpark [Pfälzerwald] ist die nicht besiedelte Landschaft konsequenter als bisher frei von Bebauung zu halten. Wegen der erheblichen Störung des Landschaftsbildes sind Hangbebauungen zu vermeiden. Neubauten im Außenbereich sollten die Ausnahme sein und dürfen weder in der Landschaft noch in Bezug auf das gewachsene Ortsbild nicht als Fremdkörper wirken. Unerlaubte Bauwerke und Einfriedungen sollten nach Möglichkeit beseitigt werden, ..."

Zitat aus dem Pflege- und Entwicklungsplan Naturpark Pfälzerwald
Herausgeber: Verein Naturpark Pfälzerwald e.V.
Mitglieder dieses Vereins sind u.a. der Landkreis Südwestpfalz sowie der Pfälzerwald-Verein            Quelle

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